Montag 27. April 2026

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Erzbischof Josef Grünwidl
Erzdiözese Wien/Stephan Schoenlaub / Erzbischof Josef Grünwidl

Das Bischofsamt

Das Amt des Bischofs lässt sich am besten als ein vielseitiger Dienst am Glauben und an den Menschen verstehen. Das Zweite Vatikanische Konzil beschreibt ihn als „Künder und Hüter des Glaubens“. Damit ist gemeint: Der Bischof verkündet das Evangelium nicht nur, sondern bewahrt auch die Lehre der Kirche und sorgt dafür, dass sie authentisch weitergegeben wird.

Erzbischof Josef Grünwidl im Gespräch
Erzdiözese Wien/Stephan Schoenlaub / Erzbischof Josef Grünwidl im Gespräch

Der Auftrag des Bischofs

Sein Auftrag geht weit über die reine Lehre hinaus. Der Bischof ist „Menschenfischer“ und Glaubensdiener. Er sucht die Nähe zu den Menschen, begleitet sie in unterschiedlichen Lebenssituationen und hilft ihnen, ihren Glauben zu vertiefen. Dabei steht er nicht über den Gläubigen, sondern mitten unter ihnen.

 

Sein Dienst ist geprägt von Aufmerksamkeit, Zuhören und Verantwortung. Gerade darin zeigt sich, dass das Bischofsamt kein Machtamt, sondern ein Dienstamt ist. Eine besondere Rolle nimmt der Bischof auch im geistlichen Leben seines Bistums ein. Er wird oft als „erster Beter“ bezeichnet. Das bedeutet, dass er die Anliegen der Menschen vor Gott trägt und durch sein eigenes Glaubensleben Orientierung gibt. Sein Gebet ist kein privater Rückzug, sondern Teil seines Dienstes für die Gemeinschaft.

Erzbischof Josef Grünwidl im Gespräch
Erzdiözese Wien/Stephan Schoenlaub / Erzbischof Josef Grünwidl im Gespräch

Für die Einheit

Zugleich ist der Bischof Garant der Einheit. Innerhalb seines Bistums sorgt er dafür, dass die Gläubigen im Glauben verbunden bleiben und unterschiedliche Gruppen ihren Platz in der Kirche finden.

 

Darüber hinaus steht er in enger Gemeinschaft mit der Weltkirche. Sein Amt übt er nie isoliert aus, sondern immer in Verbundenheit mit dem Bischof von Rom und dem weltweiten Bischofskollegium. Diese Gemeinschaft sichert die Einheit der Kirche über Länder und Kulturen hinweg.

Die 12 Apostel zu Pfingsten empfangen den Heiligen Geist.
Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub, Erzdiözese Wien/ Stephan Schön / Die 12 Apostel zu Pfingsten empfangen den Heiligen Geist.

Theologische Begründung

Theologisch gründet das Bischofsamt im Apostelamt. Die Bischöfe stehen in der Nachfolge der Apostel und führen deren Sendung weiter. In der Bischofsweihe empfangen sie die Fülle des dreigestuften Weiheamtes, das aus Bischöfen, Priestern und Diakonen besteht. In besonderer Weise handeln sie im Auftrag Christi und repräsentieren ihn als Haupt der Kirche.

 

Traditionell umfasst ihr Dienst drei grundlegende Aufgaben: die Verkündigung des Wortes Gottes, die Feier und Spendung der Sakramente sowie die Leitung der kirchlichen Gemeinschaft. Diese Aufgaben greifen ineinander und prägen das Leben der Kirche entscheidend. Besonders der Dienst am Wort hat dabei eine zentrale Bedeutung, weil er den Glauben nährt und Orientierung gibt.

 

So zeigt sich insgesamt ein klares Bild: Der Bischof ist kein Herrscher, sondern ein Hirte. Er führt, indem er dient; er leitet, indem er begleitet; und er stärkt den Glauben, indem er ihn selbst lebt. Seine Aufgabe ist es, die Sendung Christi in der Welt sichtbar und wirksam zu halten – im Dienst an Gott und an den Menschen.